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Panthers Wrocław zum Start von ELF 2022 – Michał Latoś

Es gibt viel Konkurrenz. Unter anderem sehen die Duelle von Darius Robinson mit Malik Stanley interessant aus. Ich bin nicht objektiv, aber es scheint mir, dass wir unsere Bedürfnisse richtig erfüllt haben und damit zufrieden sind – sagt Michał Latoś, Vorstandsvorsitzender von Panthers Wrocław, kurz vor Beginn der ELF-Saison. Was waren das für Vorbereitungen? Auf welche Probleme ist das Team gestoßen? Ist die USFL-Liga ein Problem für sie und unter welchen Umständen gewann man den TV-Partner Polsat Sport? Dies und vieles mehr erfahren Sie in einem ausführlichen Interview, das Karol Potaś mit dem niederschlesischen Club-Steuermann geführt hat. Die Übersetzung ins Deutsche wurde von Patrycja Moczulska erstellt.

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Karol Potaś: Die zweite Saison der European League of Football steht kurz bevor, sind Sie mit Ihrer Verstärkung zufrieden? Der Roster ist bereits geschlossen?

Michał Latoś: Vor ein paar Tagen kam ein weiterer Verteidiger aus Frankreich, Maxime Rouyer, zu uns. Die Kaderbasis ist da, aber wir arbeiten weiter und suchen nach Möglichkeiten, das Team noch stärker zu machen. Besonders in einer so schwierigen Saison, in der es zu Verletzungen kommen wird. Eine dieser Gelegenheiten war, noch bis Ende Mai, ein Mitglied des Teams Jaguar Kąty Wrocławskie, ein führender Verteidiger in Europa, der Deutsche Thiadric Hansen. Leider zog er sich zuerst eine leichte Verletzung zu, später bekam er einen Vorschlag von CFL und wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht für die ELF spielen. Sorgen bereitete uns auch die Verletzung von Oskar Romaniuk, der sich den Achilles gerissen hat und in dieser Saison sicher nicht auf dem Feld stehen wird. Auch einige andere Spieler wie Przemysław Lewszyk werden in dieser Saison verletzungsbedingt nicht spielen. Dies sind jedoch Themen, die sich unserer Kontrolle entziehen.

Auf der anderen Seite kämpfen die anderen Spieler, vor allem die vor Ort in Wroclaw sind, hart um den Roster. Sie sind entschlossen. Rouyer, der spätestens zu uns gestoßen ist, sieht körperlich sehr gut aus, holt taktisch schnell auf und verbringt viel Zeit mit den Trainern, um seine Gegner zu analysieren. Interessanterweise teilte uns der Franzose am ersten Tag nach seiner Ankunft in Polen mit, dass er gerade ein Vertragsangebot in der CFL vom BC Lions-Team erhalten habe. Er lehnte ab, weil er, wie er selbst betonte, endlich Gold holen und seiner Familie die Chance geben wollte, ihn während des Spiels live auf dem Platz zu sehen. Bisher hat er als Profi außerhalb Europa gespielt. Jetzt hat die Familie, die nahe der Grenze zu Deutschland lebt, viele Möglichkeiten, an Treffen teilzunehmen. Die Tatsache, dass er uns von diesem Vorschlag erzählt hat, zeigt jedoch auch seine Einstellung uns gegenüber und seine Professionalität.

Was ist mit anderen importierten Spielern? Ist jeder in zufriedenstellender körperlicher Verfassung angekommen?

Sie kamen in sehr guter Form an. Semmie Radji ist nicht nur ein toller Sportler, er passt auch mit seiner Einstellung zum Sport perfekt zu uns. Ebenso Lars Steffen (erster Pick, um unseren DC Dave Likins zu stärken), Jonas Hagerup, Thomas Fileccia und natürlich Quarterback Justice Hansen. Ich habe noch keinen besseren QB in Wroclaw gesehen, der sich so im Pocket bewegt hat. Man sieht auch keinen „Rost”. Er ist gut gebaut. Wenn ihn jemand nur bei einer Reihe von NCAA-Spielen gesehen hat, hat er jetzt auch einen anderen Körperbau, er ist straffer geworden.

Andererseits sind diejenigen, die wir bereits kennen, oft in einer besseren körperlichen Verfassung als im Jahr 2021. Ein hervorragendes Beispiel ist unter anderem Goran Zec, der körperlich ein völlig neuer Spieler ist. Das liegt an unserem Motorik-Vorbereitungstrainer Łukasz Sutkowski, der die ganze Offseason über mit den Spielern in Kontakt stand und jeder Spieler einen entsprechenden Plan für die Woche hatte, von dem er berichtete.

Auf dem Platz machen sie eine gute Figur. Es gibt viel Konkurrenz. Unter anderem sehen die Duelle Darius Robinson mit Malik Stanley interessant aus. Ich bin in dieser Hinsicht nicht objektiv, aber ich denke, dass wir unsere Bedürfnisse für die Spieler richtig erfüllt haben und damit zufrieden sind.

Und wie sieht Tomasz Dziedzic aus? Wahrscheinlich eine der am meisten erwarteten Rückkehrer der letzten Jahre im polnischen Football?

Im Training sieht er aus wie Tomek Dziedzic aus den letzten Ligaspielen. Er hat nur ein Problem – zumindest was er selbst mitgeteilt hat – mit der Ausdauer. So viele Wiederholungen wie vor der Footballpause scheint er noch nicht zu schaffen. Aber es ist schon sehr gut. Auch von dem, was er gezeigt hat, kann man schon ein paar Stücke sammeln, die begeistern werden. Unter den Receivern gibt es viel Konkurrenz, also muss jeder um seinen Platz auf dem Feld kämpfen, aber ich denke, wir werden uns noch oft an Tomek erinnern.

Stanley hat sich Euch angeschlossen und ersetzt KaVontae Turpin. Was könntest du über ihn sagen?

Malik ist in großartiger körperlicher Verfassung und wir werden ihn auf verschiedene Weise einsetzen. Es ist uns gelungen, einen geeigneten Ersatz zu finden. Glücklicherweise war die Situation mit Turpin nicht etwas, das kurz vor dem Saisonstart passiert ist. Wir waren natürlich überrascht, als wir erfuhren, dass er sich für den USFL-Draft be warb, was wir inoffiziell herausfanden. Von diesem Moment an suchten wir nach einer Lösung für die Situation, falls er schließlich im Rekrutierungsprozess gewählt würde. Sobald dies geschah, hatten wir Kontakte auf dem Schreibtisch und es gelang uns schnell, einen anderen Spieler zu bekommen. Es war auch nicht sehr schwer, denn gerade auf dieser Position gibt es in den USA viele tolle Spieler, die sofort etwas bewegen werden.

Nach dem USFL Draftwar es Zeit für den Global Draft CFL. Darin wurde Karlis Brauns gewählt. Eine weitere Schwierigkeit ist aufgetreten?

Auch hier wussten wir, dass Karlis sich lange auf die CFL vorbereitet hatte. Er wurde ausgewählt, also haben wir an seiner Stelle einen anderen europäischen Spieler verpflichtet. Keanu Ebanks, der bei uns einen Vertrag bis 2022 hatte, wird ebenfalls in der CFL spielen. Falls sich Ebanks aus irgendeinem Grund von CFL getrennt hat, wird er zu uns zurückkehren. Karlis wird ein freier Spieler sein, aber natürlich besteht die Chance, dass wir wieder mit ihm sprechen.

Sehen Sie das Problem, dass die besten Spieler Angebote von der USFL oder CFL erhalten? Schützen Sie sich mit Sonderverträgen? Auch XFL, das die besten Spieler aus Europa anziehen will, wird bald kommen.

Natürlich haben wir entsprechende Verträge, die schon jetzt unsere Interessen sichern. Turpin hatte einen Vertrag mit den Panthers und wir haben es nicht erlaubt in der USFL zu spielen, trotzdem spielt er in USA. Die Manager der Spieler vertreten ihre Interessen, und wir sind noch nicht in der Lage, mit so großen US-Märkten zu konkurrieren, wenn sie bereit sind, den Kontakt abzubrechen. Es ist möglich, dass es in Zukunft solche Gespräche geben wird, aber im Moment erstellen wir nur eine interne schwarze Liste, mit denen wir in der ELF nicht zusammenarbeiten werden. Seien wir ehrlich, wenn ein Spieler ein Angebot bekommt, in der NFL oder einer anderen sehr attraktiven Liga zu spielen, werden wir ihn nicht stoppen können, da es keinen Mitarbeiter von einem Sklaven gibt. Wie auch immer, falls er einen Vorschlag von der NFL bekommen würde, würde ich ihn wahrscheinlich selbst ins Flugzeug nehmen, weil es uns und der Liga auch beweist, dass wir Namen mit solchem ​​Potenzial fördern können.

Sind illoyale Spieler ein Problem?

Natürlich. Aber wir arbeiten daran, diese Situationen zu beseitigen. Es gibt einen speziellen Rat von ELF-Spielern. Darin sitzen Vertreter aller Teams, die Panthers werden von Robinson vertreten. Sie vermittelt zwischen Vereinen und Spielern, um Probleme zu vermeiden, bevor sie öffentlich werden. Ich denke, dass alles in die richtige Richtung geht. Eine weitere interessante Tatsache, unser Ex-RB Lamar Carswell, der ein Freund unseres neuen Spielers Semmie Radje ist, erschien in Wrocław. Irgendwann hatte er Lust, in unserem Team wieder zu spielen. Ähnlich wie Ex-Quaterback Cody Williams, für die es aber natürlich keine Rückkehr gab (Carswell und Williams verließen das Team ohne Absprache mit dem Team in der Endphase der Vorbereitung auf die Saison 2021 – Anm. d. red.).

Ihr habt auch die Trainingsbasis verbessert. Was hat sich gegenüber der letzten Saison geändert?

Es gibt jetzt viele neue Räume, Räume mit einem Projektor, mit einem speziellen Konferenzraum. Dadurch erscheinen die Spieler im Verein jeden Tag um 9 Uhr morgens und haben alles, um sich auf die Saison vorbereiten zu können. Und auch Haupt- und Positionstrainer sind vor Ort. Wir haben auch in die Erweiterung der Umkleidekabine, des Fitnessstudios und eines speziellen Platzes zum Spielen auf der XBox investiert. GO ON CLINIC Physiotherapeuten sind da während den Trainings. Wir haben sogar einen Ort, an dem wir im Falle einer Verletzung ein MRT vor Ort in der Einrichtung durchführen können. Wir haben auch eine Zusammenarbeit mit dem Multi-Spezialitäten Krankenhaus ORTHOS. Ich hoffe, dass sich das auch in der Praxis niederschlagen wird, denn wir müssen ehrlich sein, bei diesen Belastungen ist ein hoher medizinischer Schutz die Basis.

Apropos Gesundheit: Vor der Saison haben Sie angekündigt, dass Kicker Piotr Gołacki in Ihren Kader stoßen wird. Im endgültig bekannt gegebenen Roster gibt es allerdings nur einen Kicker, Dawid Pańczyszyn. Heißt das, dass ihr ihn aufgegeben habt?

Piotr hat uns vor einigen Monaten signalisiert, dass er wieder in den Football zurückkehren möchte. Da wir seine Möglichkeiten kannten, hörten wir auf seine Bitte auf, aber später traten gesundheitliche Probleme auf, die die Vorbereitungen störten, und schließlich wurde er nicht in den Roster aufgenommen. Also ja, Dawid wird in der Saison 2022 unser Kicker sein. Und auch mit den neuen Regeln scheint er noch mehr zeigen zu können als in der vergangenen Saison. Krzysztof Wis wird dafür unser Punter sein.

Werden wir noch bei Euch neue Namen sehen?

Wir haben noch einige Spieler auf unserem Radar. Jacek Wszół, Leihgabe an die Bielawa Owls, ist sicherlich auch ein Name, der, wenn er sich richtig präsentiert und vor allem nach einer Verletzung eingespielt ist, eine Chance hat, ins Team zu stoßen. Wir wissen, dass die Tiefe des Kaders ein sehr wichtiger Aspekt für eine gute Form in der Saison ist, daher werden wir diesen Prozess wahrscheinlich nicht vor dem letztmöglichen Tag abschließen, an dem Spieler für die Saison registriert werden können. Den importierten Spielern haben wir es genauso mitgeteilt, bei Bedarf können sie auch getauscht werden.

Und wenn es um Leihspieler polnischer Klubs geht, wie sieht es technisch aus? Kommunizieren Sie mit Clubs und bitten Sie um Erlaubnis?

Wir haben eine Interpretation der American Football Association in Polen, dass Spieler sowohl in der ELF als auch in der polnischen Footballliga spielen können, ohne gegen Regeln zu verstoßen. Rein theoretisch könnten wir dem Spieler einen Vertrag vorlegen und niemanden um seine Meinung bitten. Ich weiß, dass das bei den Heimvereinen nicht immer gut ankommt, aber das muss man nicht verheimlichen, denn dank der Konkurrenz in der ELF haben sie die Chance, sich deutlich zu verbessern. Wir legen Wert auf gute Beziehungen zu Vereinen und Spielerentwicklung, deshalb haben wir eine Gesprächsstrategie eingeführt und ausgeliehene Spieler kommen am häufigsten nach der PFL-Saison zu uns. Wir üben keinen Druck auf sie aus, ihre Mannschaft jetzt im Wettbewerb in Polen zu verlassen.

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ELF:

Wie können Sie zusammenfassen, was in den letzten Wochen bei der ELF passiert ist und die nahe Zukunft beschreiben?

Fazit: Wir hatten die Ankündigung von drei neuen Organisationen, die ab der Saison 2023 beitreten: aus Ungarn, der Schweiz und Italien. Und das ist noch nicht alles, was die Liga für die kommenden Jahre plant. Es werden mehr Teams aus neuen Ländern dabei sein. Alle in der Liga wollen ihre Football-Reichweiten erweitern und eine möglichst große Fangemeinde erreichen.

Die Kosten steigen. Haben Sie keine Angst, dass das nicht alle Vereine überleben werden? Bereits jetzt gibt es Probleme mit dem Stadion in Leipzig, die auf Druck von Fans, die mit der von ihnen angenommenen ursprünglichen Lösung unzufrieden waren, endlich gelöst wurden.

Wir denken nicht darüber nach. Wir konzentrieren uns in erster Linie auf das, worauf wir Einfluss haben. Aber natürlich hören wir auch Stimmen von außen und es ist gut, dass sich die Fans auch zu Liga-Themen äußern und sich mit den Vereinen identifizieren. Eine Fangemeinde macht es auch einfacher, Ihre Marke aufzubauen, selbst wenn Probleme auftreten.

So haben es auch die Teams aus Österreich, Vienna Vikings und Raiders Tirol, dieses Jahr ihr ELF-Debüt, und sie sehen sehr organisiert aus. Sie sind wie wir bereits seit vielen Jahren organisierte Vereine. Auf der anderen Seite können sich neue Organisationen immer kleineren – oder manchmal auch größeren – Problemen stellen, bis sie sich in der Stadt etabliert haben.

Wird über den Beitritt zu neuen Clubs abgestimmt?

Die Liga entscheidet ohne Abstimmung. Ja, manchmal gibt es Sonderregelungen in den Verträgen, bereits direkt mit der ausgewählten Organisation, z.B. in unserem Fall, wenn eine polnische Mannschaft der ELF beitreten möchte, wird die Liga mit uns Absprache halten. Aber in der Regel entscheidet die Liga-Zentrale selbst über neue Erweiterungen.

Bei den jüngsten Ereignissen muss auch der Verkauf von Fernsehrechten in viele Länder erwähnt werden. Die ELF-Treffen können sogar in China verfolgt werden. In diesem Jahr sind viele Treffen in Polen, darunter natürlich alle Panthers Wrocław (immer sonntags um 15 Uhr – Anm. d. Red.), auf den Antennen von Polsat Sport zu sehen. Wir werden auch in ihren Sportmagazinen beworben, auf dem allgemein verfügbaren Polsat.

Polsat war der einzige TV-Partner, mit dem Sie gesprochen haben?

Tatsächlich, ja. Vor allem, weil dies sehr lange Gespräche sind, braucht man Geduld und Ruhe mit ihnen. Unser Vertrag mit Polsat wurde auf zehn Monate abgeschlossen, der Sender hatte auch schon Erfahrung mit American Football. Ich muss hier auch betonen, dass dies in gewisser Weise trilaterale Gespräche waren, denn während der erste Kontakt mit dem Fernsehen von uns kam, wurden die Gespräche dann bereits von der ELF-Liga geführt und sie war es, die die Verhandlungen abgeschlossen hat, mit denen wir sehr zufrieden sind. Wir haben einen starken TV-Partner, und das ist die richtige Basis, um an die Zukunft zu denken und neue Orte zu erreichen.

Wird man Eure Spiele auch „in der Stadt“ verfolgen können?

Die Auswärtstreffen werden bei unserem Partner im Zentrum von Wrocław übertragen. Wir möchten, dass Heimtreffen nur noch im Olympiastadion stattfinden. Wir kooperieren mit MPK (öffentliche Kommunikationsmittel in Wroclaw – Anm. d. Red) – Werbung in Straßenbahnen und Bussen. Es gibt spezielle Werbetafeln. Am Samstag werden wir auch an vielen Orten in Wrocław präsent sein, um die Menschen persönlich einzuladen.

Wir arbeiten auch an der Entwicklung des Spieltags, der bereits um 13:00 Uhr beginnt.Nach den Erfahrungen der ersten Saison und der Organisation unserer Rivalen werden wir auch Änderungen haben. Vor dem Stadion wird es Musik geben, für die unser Partner verantwortlich ist. Wir bereiten auch andere interessante Überraschungen vor. Wir wollen das Olympiastadion so gut wie möglich füllen und uns gleichzeitig um unsere Fans kümmern, damit es jedes Jahr ein noch größeres Footballfest wird.

Zdjęcia Łukasz Skwiot

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Na koniec przypominamy, że mamy swoją, dedykowaną grupę na facebooku. Zapraszamy do dołączenia.

https://www.facebook.com/groups/464888500937826/

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